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TRK 01 Übersicht

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Schallplatten archivieren: kostenlose Software und Sicherung, die hält

Der Teil nach der Aufnahme entscheidet, ob aus vielen Dateien eine Sammlung wird oder ein Ordner, in dem niemand mehr etwas findet. Wer nach einer Schallplatten archivieren Software kostenlos sucht, sucht in Wahrheit zwei verschiedene Werkzeuge.

Drei Speichergeräte auf einer Linie: zwei nah beieinander, eines weit abgesetzt und hervorgehoben.
Drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus. Die abgesetzte ist die, auf die es im Ernstfall ankommt.
TRK 02 Zwei Aufgaben

Schallplatten archivieren heißt zwei verschiedene Dinge

Wer Schallplatten archivieren sucht, meint eines von zwei Problemen, und sie brauchen unterschiedliche Werkzeuge.

Das eine ist der Bestand im Regal. Welche Platten sind da, in welcher Pressung, in welchem Zustand, was hat sie gekostet, ist sie verliehen? Das ist eine Katalogaufgabe, und sie hat mit Dateien nichts zu tun. Wer Schallplatten verwalten kostenlos sucht, sucht in Wahrheit das hier.

Das andere sind die Dateien, die beim Digitalisieren entstanden sind: wie sie heißen, was an Beschreibung in ihnen steckt, wo sie liegen und wie oft. Das ist eine Ablageaufgabe.

Die beiden lassen sich verbinden, indem die Katalognummer aus der Sammlungsverwaltung im Dateinamen auftaucht. Das ist die einzige Brücke, die man später wirklich benutzt – und sie kostet nichts, solange man sie von Anfang an einzieht. Nachträglich ist sie der Grund, warum Sammlungen halbfertig liegen bleiben.

TRK 03 Die Dateien

Format, Benennung und die Felder, die später gesucht werden

FLAC als Archivformat. Verlustfrei wie WAV, rund vierzig Prozent kleiner, und – das ist der eigentliche Grund – mit echten Feldern für Metadaten. WAV kann Interpret und Album nur in einem Zusatzblock unterbringen, den viele Programme weder lesen noch beim Bearbeiten erhalten. Wer dreihundert Seiten als WAV ablegt, hat dreihundert Dateien ohne Beschriftung, sobald ein Werkzeug diesen Block einmal verwirft.

Dazu kommt ein Punkt, der erst nach Jahren zählt: FLAC enthält eine Prüfsumme über den Audioinhalt. Damit lässt sich jederzeit feststellen, ob eine Datei noch genau die ist, die geschrieben wurde – ohne Vergleich mit dem Original. Bei einer Ablage, die zwei Festplattenwechsel überleben soll, ist das der Unterschied zwischen „vorhanden" und „nachweislich unbeschädigt".

Ein Benennungsschema, das sortiert. Bewährt hat sich die Reihenfolge von grob nach fein, mit Jahr in vierstelliger Form und Nummern mit führender Null, weil sonst Titel zehn vor Titel zwei einsortiert wird. Keine Umlaute, keine Schrägstriche, keine Doppelpunkte – das sind genau die Zeichen, an denen ein Umzug auf ein anderes Dateisystem scheitert.

Welches Schema gewählt wird, ist zweitrangig. Dass es ab der ersten Platte gilt, ist es nicht: Dreihundert Dateien nachträglich umzubenennen macht niemand zweimal, und genau an dieser Stelle bleiben die meisten Sammlungen als Halbfertigware liegen.

Die Felder, die man später tatsächlich sucht, sind weniger als gedacht: Interpret, Album, Jahr, Titel, Titelnummer. Alles darüber hinaus wird beim Erfassen teuer und beim Suchen selten benutzt. Zwei Ausnahmen lohnen sich trotzdem, weil sie sonst nirgends stehen: die Pressung, aus der die Aufnahme stammt, und das Datum der Digitalisierung. Beide beantworten später die Frage, ob eine erneute Aufnahme etwas bringen würde.

TRK 04 Die Software

Schallplatten archivieren Software kostenlos: was welches Programm übernimmt

Wer nach Schallplatten archivieren Software kostenlos sucht, findet für beide Aufgaben brauchbare Werkzeuge – und keines davon deckt beide ab.

MusicBrainz Picard verschlagwortet die Dateien. Es gleicht eine Aufnahme gegen eine offene Musikdatenbank ab und schreibt Interpret, Album, Jahr und Titelnummern in die Felder. Bei bekannten Alben funktioniert das erstaunlich gut, bei Eigenpressungen und seltenen Veröffentlichungen gar nicht – dort bleibt Handarbeit, und dafür ist es ebenfalls zu gebrauchen. Kostenlos, quelloffen, für alle Systeme.

Discogs ist der verbreitetste Katalog für den Bestand im Regal. Jede Pressung hat dort einen Eintrag mit Katalognummer, Matrix-Code und Pressungsland, und die eigene Sammlung wird daraus zusammengeklickt statt getippt. Das ist der schnellste Weg zu einem vollständigen Katalog. Der Preis dafür ist, dass die Sammlungsdaten auf einem fremden Dienst liegen; ein Export ist möglich und sollte zur Sicherung gehören.

Eine Tabelle ist die unterschätzte Lösung. Wer Schallplatten verwalten kostenlos will, ohne Daten aus der Hand zu geben, kommt mit zehn Spalten weit: Interpret, Titel, Jahr, Label, Katalognummer, Zustand, Kaufdatum, Preis, digitalisiert am, Dateipfad. Das sortiert und durchsucht sich, es lässt sich in jedes andere Werkzeug überführen, und es ist in zwanzig Jahren noch lesbar – was man von keinem Programm sagen kann.

Audacity bleibt für die Aufnahme selbst zuständig und ist ebenfalls kostenlos; den Vergleich mit den kostenpflichtigen Anwendungen führt der Softwarevergleich. Fürs Archivieren ist an ihm nur eines wichtig: Es exportiert nach FLAC, und damit endet seine Rolle in dieser Kette.

TRK 05 Die Sicherung

Und die Platten selbst: archivieren heißt auch einlagern

Nach der Digitalisierung stellt sich die Frage, was mit dem Bestand geschieht, und die Antwort hat nichts mit Dateien zu tun. Vier Bedingungen entscheiden, ob eine Platte in zwanzig Jahren noch abspielbar ist.

Stehend, nicht liegend. Liegend gestapelt drückt das Eigengewicht die unteren Exemplare, und daraus wird eine Wölbung, die kein Plattenspieler mehr ausgleicht. Aufrecht, dicht an dicht, aber ohne Pressung – so, dass sich eine Platte herausziehen lässt, ohne die Nachbarn zu kippen.

Kühl und gleichmäßig. Vinyl verformt sich ab etwa fünfzig Grad, und diese Temperatur erreicht ein Dachboden im Sommer und ein Auto in einer Stunde. Wichtiger als der absolute Wert ist die Gleichmäßigkeit: Wechsel zwischen feucht und trocken lassen die Papphüllen arbeiten und drücken Abdrücke in die Oberfläche.

Innenhüllen aus Papier ersetzen. Die mitgelieferten Papierhüllen scheuern bei jedem Herausziehen feine Kratzer in die Rille. Antistatische Innenhüllen kosten wenige Cent je Stück und sind die einzige Maßnahme dieser Liste, die aktiv etwas verbessert statt nur Schaden zu vermeiden.

Nicht in der Sonne. Licht bleicht die Hüllen, und bei Sammlerstücken steckt ein guter Teil des Werts in der Hülle, nicht in der Platte.

Der Ordner je Platte: was außer der Musik hineingehört

Die haltbarste Struktur ist ein Ordner je Veröffentlichung, nicht je Interpret und nicht je Jahr. Sie überlebt jeden Umzug, weil sie sich beliebig neu gruppieren lässt, und sie hält zusammen, was zusammengehört.

In diesen Ordner gehören vier Dinge. Die Titeldateien, benannt nach dem gewählten Schema. Die Rohaufnahme der Plattenseite am Stück, unbearbeitet – dazu gleich mehr. Ein Foto oder Scan der Hülle, Vorder- und Rückseite, und wenn vorhanden das Etikett: Es trägt Katalognummer, Pressungsland und Matrix-Angaben, also genau die Informationen, die später beantworten, welche Pressung das eigentlich war. Ein Foto mit dem Telefon reicht dafür vollkommen. Und eine kurze Notiz zum Zustand: welche Stelle springt, wo die Platte einen Kratzer hat, mit welcher Nadel aufgenommen wurde.

Diese Notiz ist der Teil, den alle weglassen und der sich später als der wertvollste herausstellt. Sie beantwortet in zwei Zeilen, ob eine erneute Aufnahme etwas bringen würde oder ob die Platte schlicht so klingt.

Rohaufnahme aufheben oder nicht

Die Frage entscheidet über den Platzbedarf, und sie wird meistens zu schnell beantwortet.

Wer nur die fertigen Titel behält, spart die Hälfte. Wer die ungeschnittene, unbearbeitete Plattenseite zusätzlich aufhebt, kann jede Bearbeitung später mit besseren Werkzeugen wiederholen, ohne die Platte erneut aufzulegen – und jedes erneute Auflegen kostet Substanz. Das ist derselbe Gedanke, der auch gegen MP3 als Archivformat spricht: Die Entscheidung, die man später vielleicht anders trifft, soll später noch möglich sein.

Der Preis dafür ist überschaubar. Eine Sammlung von dreihundert LPs belegt als FLAC rund achtzig Gigabyte; mit den Rohaufnahmen dazu sind es etwa hundertsechzig. Gemessen an einer Festplatte, die heute wenige Dutzend Euro kostet, ist das der günstigste Teil des ganzen Vorhabens – und gemessen an hundert Stunden Aufnahmearbeit ist es ohnehin keine Rechnung.

Eine Einschränkung gibt es: Wer die Rohaufnahmen behält, muss sie auch benennen, sonst entsteht genau der Ordner, den diese Seite vermeiden will. Der einfachste Weg ist eine eigene Unterebene je Platte, in der die beiden Seiten als eine Datei je Seite liegen, mit derselben Kennung wie der Rest des Ordners.

Wer an dieser Stelle nach Schallplatten archivieren Software kostenlos sucht, findet für das Aufteilen der Rohaufnahme in Titel nichts Besseres als Audacity: Die Marken werden von Hand gesetzt und der Export schreibt alle Titel in einem Durchgang. Das ist für eine Plattenseite eine Sache von zwei Minuten und der einzige Schritt, für den es sich lohnt, die Rohaufnahme überhaupt zu behalten.

Die Sicherung, die eine Sammlung wirklich überlebt

Eine Digitalisierung, die nur an einer Stelle liegt, ist keine Sicherung der Platten, sondern ein zweites Exemplar mit eigenem Ausfallrisiko. Der übliche Maßstab lautet: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Arten von Medium, davon eine außer Haus.

Drei Kopien, weil zwei bedeutet, dass beim Ausfall der einen keine Reserve mehr besteht, während die Wiederherstellung läuft. Zwei Medien, weil baugleiche Festplatten aus derselben Lieferung dazu neigen, zu ähnlichen Zeitpunkten auszufallen. Eine außer Haus, weil Wasser, Feuer und Diebstahl nicht zwischen Original und Sicherung unterscheiden – und weil die Platten selbst im selben Raum stehen.

Für die Kopie außer Haus reicht eine Festplatte bei Verwandten, die zweimal im Jahr getauscht wird. Ein Onlinespeicher tut es ebenfalls; bei einer Sammlung von dreihundert LPs in FLAC sind das rund achtzig Gigabyte, also eine Größenordnung, die in jedem üblichen Tarif Platz hat.

Und die Prüfung gehört dazu. Eine Sicherung, die nie zurückgelesen wurde, ist eine Vermutung. Einmal im Jahr eine Handvoll Dateien von der Sicherung öffnen und anhören dauert zehn Minuten und beantwortet die einzige Frage, die zählt. Wer in FLAC abgelegt hat, kann zusätzlich die eingebaute Prüfsumme testen lassen und bekommt eine Aussage über den ganzen Bestand statt über eine Stichprobe.

Der letzte Punkt betrifft die Zeit. Dateiformate altern langsamer, als oft behauptet wird – FLAC und WAV sind seit Jahrzehnten unverändert lesbar –, aber Datenträger und Anschlüsse altern schnell. Wer alle fünf bis sieben Jahre auf ein neues Medium umkopiert, hat das Problem gelöst, bevor es eines wird. Das ist derselbe Gedanke wie beim Aufheben der Rohaufnahme: Die Entscheidung, die man später vielleicht anders trifft, soll später noch möglich sein.

TRK 06 Häufige Fragen

Häufige Fragen

Welche Software zum Schallplatten archivieren ist kostenlos?

Für die Dateien reicht Audacity zum Aufnehmen und MusicBrainz Picard zum Verschlagworten – beide kostenlos und beide ohne Einschränkung nutzbar. Für die Sammlung selbst, also den Katalog der Platten im Regal, ist Discogs die verbreitetste kostenlose Lösung; wer keine Daten aus der Hand geben will, kommt mit einer Tabelle erstaunlich weit.

Warum FLAC und nicht WAV fürs Archiv?

Beide sind verlustfrei, aber WAV kann Metadaten nur behelfsmäßig speichern: Interpret, Album und Jahr hängen dort in einem Zusatzblock, den viele Programme ignorieren oder beim Bearbeiten wegwerfen. FLAC hat echte Felder dafür, ist rund vierzig Prozent kleiner und enthält eine Prüfsumme, mit der sich später feststellen lässt, ob die Datei unverändert ist.

Wie sollten die Dateien benannt werden?

Nach einem Schema, das sich sortieren lässt und keine Sonderzeichen enthält: Interpret, Jahr, Album, Plattenseite, Titelnummer, Titel. Entscheidend ist weniger, welches Schema gewählt wird, als dass es von der ersten Platte an gilt – nachträgliches Umbenennen von dreihundert Dateien macht niemand zweimal.

Reicht eine externe Festplatte als Sicherung?

Nein, eine einzelne Platte ist keine Sicherung, sondern eine zweite Gelegenheit zum Datenverlust. Üblich und sinnvoll sind drei Kopien auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Für eine Sammlung, die hundert Stunden Arbeit gekostet hat, ist das kein Aufwand, sondern der Sinn der Übung.