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TRK 01 Übersicht

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Plattenspieler an den PC anschließen: Phono, Wandler und Brummen

Den Plattenspieler an den PC anschließen klingt nach einem Kabel und ist in Wirklichkeit die Stelle, an der die meiste Qualität verloren geht. Zwischen Nadel und Datei liegen zwei Bauteile, die beide unsichtbar arbeiten und beide falsch besetzt sein können.

Zeichnung der Signalkette: Rille, Tonabnehmer, Vorstufe, Wandler und Datei als Kästen mit Verbindungslinien auf dunklem Grund.
Die Kette vom Tonabnehmer zur Datei. Die beiden mittleren Glieder entscheiden, was am Ende ankommt.
TRK 02 Phono

Warum ein Plattenspieler nicht in den Line-Eingang gehört

Ein Tonabnehmer liefert eine Spannung von etwa drei bis fünf Millivolt, bei manchen Systemen auch nur ein Zehntel davon. Ein Line-Eingang erwartet ungefähr ein Volt. Das sind zwei bis drei Zehnerpotenzen Unterschied, und wer die Kabel trotzdem steckt, hört eine Aufnahme, bei der man den Regler ganz aufdrehen muss, um überhaupt etwas zu erkennen – und mit dem Signal wächst das Rauschen im selben Maß.

Der zweite, wichtigere Unterschied ist, dass das Signal nicht so klingt, wie es gepresst wurde. Bei der Herstellung einer Schallplatte werden die Bässe abgesenkt und die Höhen angehoben, nach einer festgelegten Kurve. Das hat einen mechanischen Grund: Tiefe Töne brauchen breite Auslenkungen, und eine ungedämpfte Bassspur würde in die Nachbarrille schneiden. Beim Abspielen muss dieselbe Kurve spiegelbildlich zurückgerechnet werden.

Genau das macht eine Phono-Vorstufe: anheben und entzerren, in einem Schritt. Fehlt sie, bekommt man eine Aufnahme ohne Bass und mit überbetonten Höhen, und dieser Fehler ist nicht dasselbe wie ein Klangeindruck, den man nachträglich anders einstellen könnte. Er lässt sich annähern, aber jede Näherung rechnet an einem Signal herum, das bereits leise und verrauscht aufgenommen wurde.

Praktisch bedeutet das: Irgendwo in der Kette muss eine Phono-Vorstufe sitzen. Ob sie im Plattenspieler steckt, in einem eigenen Kästchen oder im Verstärker, ist eine Frage des Aufbaus – dass sie da ist, ist keine.

Ob sie schon da ist, lässt sich in zwei Schritten feststellen. Am Plattenspieler deutet ein Schalter mit der Beschriftung „Phono / Line", ein Netzteil oder ein Lautstärkeregler darauf hin, dass Elektronik eingebaut ist; ein Gerät mit nichts als zwei Cinch-Buchsen und einer Masseklemme hat keine. Am Verstärker steht es am Eingang: Ein Anschluss, der ausdrücklich „Phono" heißt, bringt die Stufe mit, ein „AUX" oder „CD" nicht. Im Zweifel hilft der Hörtest – klingt die Aufnahme sehr leise und ohne Bass, fehlt die Entzerrung.

TRK 03 Drei Wege

Die drei Wege vom Plattenteller zur Aufnahme

Erstens: Plattenspieler mit eingebauter Vorstufe. Viele Geräte der letzten Jahre haben einen Schalter mit der Beschriftung „Phono / Line". Steht er auf Line, liegt am Cinch-Ausgang bereits ein entzerrtes Signal mit Line-Pegel an, und der Weg in ein Interface oder in den Line-Eingang des Rechners ist frei. Das ist der kürzeste Weg und für die meisten Sammlungen völlig ausreichend.

Zweitens: externe Vorstufe. Ein Plattenspieler ohne eigene Elektronik geht in ein separates Gerät, das zwischen fünfzig und dreihundert Euro kostet und nichts anderes tut als anheben und entzerren. Der Vorteil ist die Trennbarkeit: Wenn der Wandler später besser werden soll, wird der Wandler getauscht, nicht der Plattenspieler. Wer einen älteren Verstärker mit Phono-Eingang besitzt, hat diese Stufe übrigens schon im Haus und kann über dessen Tape-Ausgang aufnehmen.

Drittens: USB-Plattenspieler. Hier sitzt alles im Gerät – Vorstufe und Wandler – und am Rechner erscheint eine Aufnahmequelle, ohne dass eine Soundkarte beteiligt wäre. Das ist der bequemste Weg und zugleich der, der die meisten Entscheidungen für einen trifft. Welche Auflösung der eingebaute Wandler liefert, steht selten im Datenblatt, und wechseln lässt er sich nicht. Was die Geräte sonst leisten, steht unter Schallplatten-Digitalisierer, und der Weg ganz ohne Rechner unter Schallplatten digitalisieren ohne PC.

Die Entscheidung zwischen den drei Wegen hängt weniger am Klang als an der Menge. Für zehn Platten ist der USB-Weg richtig. Ab etwa fünfzig lohnt die getrennte Kette, weil jedes Glied einzeln ersetzbar bleibt und weil ein Interface auch dann noch benutzt wird, wenn die Sammlung längst digitalisiert ist.

TRK 04 Wandler

Der Wandler: wo aus Spannung Zahlen werden

Am Ende der analogen Strecke steht ein Analog-Digital-Wandler, der die Spannung in regelmäßigen Abständen misst und als Zahlen ablegt. Zwei Angaben beschreiben ihn: wie oft er misst und wie fein. Für eine Schallplatte reichen 24 Bit bei 48 kHz mit großem Abstand aus – die Platte selbst gibt an Dynamikumfang etwa sechzig bis siebzig Dezibel her, und 24 Bit bilden über hundertvierzig ab. Wer höher einstellt, bekommt größere Dateien und misst vor allem das Rauschen seiner eigenen Kette genauer.

Viel wichtiger als diese Zahlen ist, wo der Wandler sitzt. Ein Onboard-Eingang liegt im Rechnergehäuse, zwischen Grafikkarte, Spannungswandlern und Lüftern, und er fängt einen Teil davon mit ein. Das hört man nicht als Rauschen, sondern als feines Zirpen, das sich ändert, wenn der Rechner arbeitet – und es liegt in der Aufnahme, nicht in der Wiedergabe.

Ein externes Interface für achtzig bis hundertfünfzig Euro löst dieses Problem, indem es das Gehäuse verlässt. Es ist der einzige Punkt der ganzen Kette, an dem verhältnismäßig wenig Geld einen gut messbaren Unterschied macht. Alles darüber – dreihundert Euro, achthundert – verbessert Zahlen, die unterhalb dessen liegen, was eine Rille überhaupt hergibt.

Welche Dateiform am anderen Ende sinnvoll ist, hängt davon ab, ob die Aufnahme ins Archiv geht oder auf ein Telefon; das steht unter Dateiformate für digitalisierte Schallplatten.

TRK 05 Brummen

Brummen: Masse, Schleifen und die 50-Hz-Probe

Ein Brummen in der Aufnahme ist kein Klangproblem, sondern ein Verdrahtungsproblem, und es hat fast immer eine von zwei Ursachen.

Die erste ist die Masseleitung. Fast jeder Plattenspieler hat neben den Cinch-Steckern ein dünnes, oft gelbgrünes Kabel mit einem Kabelschuh. Es gehört an die Masseschraube der Vorstufe oder des Verstärkers. Fehlt diese Verbindung, brummt es laut und gleichmäßig, und zwar unabhängig davon, ob eine Platte läuft. Das ist die erste Sache, die man prüft, bevor man irgendetwas anderes vermutet.

Die zweite ist die Brummschleife. Sie entsteht, wenn zwei Geräte über die Signalleitung verbunden sind und zusätzlich über die Schutzleiter ihrer Netzstecker – der Strom findet dann zwei Wege und nimmt beide. Typisch ist das, wenn der Rechner an einer Steckdose hängt und die Vorstufe an einer anderen. Die Abhilfe ist, alle beteiligten Geräte an dieselbe Steckdosenleiste zu hängen.

Unterscheiden lassen sich die Fälle am Ton. Ein Brummen mit 50 Hz ist die Netzfrequenz und deutet auf Masse oder Einstreuung; ein tieferes, härteres Summen mit 100 Hz kommt aus einem gleichgerichteten Netzteil. Wer die Aufnahme kurz ohne laufende Platte startet und sich das Spektrum ansieht, hat die Antwort in zehn Sekunden – und behebt sie an der Steckdose statt mit einem Filter, der außer dem Brummen auch den Bass mitnimmt.

TRK 06 Pegel

Aussteuern: warum der Regler nicht auf Anschlag gehört

Steht die Kette, bleibt eine Einstellung, und sie wird regelmäßig falsch getroffen. Eine digitale Aufnahme hat eine harte Obergrenze: Was über null Dezibel liegt, wird abgeschnitten und ist weg. Bei Vinyl sitzt die Gefahr an unerwarteter Stelle, weil die lautesten Auslenkungen oft nicht aus der Musik kommen, sondern aus einem Knacken.

Sinnvoll ist, die lauteste Stelle der Platte bei etwa minus sechs Dezibel landen zu lassen. Der Abstand kostet nichts – bei 24 Bit sind sechs Dezibel Reserve ein Bit von vierundzwanzig – und er rettet die Aufnahme, wenn auf der zweiten Seite ein Kratzer kommt, den man beim Einpegeln nicht gehört hat.

Gepegelt wird an der Vorstufe oder am Interface, nicht in der Software. Ein Regler im Programm sitzt hinter dem Wandler; er macht eine zu leise Aufnahme lauter, aber das Rauschen steigt mit. Wie das Einpegeln im Einzelnen aussieht und was danach kommt, steht in der Anleitung Schallplatten digitalisieren mit Audacity.

TRK 07 Was sich nicht lohnt

Was an dieser Stelle kein Geld wert ist

Cinch-Kabel für dreistellige Beträge verändern an einer Phono-Strecke nichts, was sich messen ließe. Die Kabellänge dagegen schon: Ein Phono-Signal ist so leise, dass es über zwei Meter hinaus messbar Störungen aufsammelt. Kurz und abgeschirmt ist die ganze Anforderung.

Wandler oberhalb von etwa zweihundert Euro lösen ein Problem, das eine Schallplatte nicht hat. Der begrenzende Faktor ist die Rille, danach der Tonabnehmer, dann die Vorstufe – der Wandler steht an vierter Stelle, und er ist der Einzige davon, der heute selbst in günstigen Geräten mehr leistet als das Medium.

Auch der Versuch, alles in einem Gerät zu haben, wird meist teurer als gedacht. Ein Plattenspieler mit eingebauter Vorstufe, eingebautem Wandler und eingebautem Speicher ist bequem, aber jedes dieser Teile veraltet zu einem anderen Zeitpunkt. Wer die Sammlung ohnehin über Monate durcharbeitet, fährt mit getrennten Gliedern besser – und kann jedes einzeln ersetzen, ohne den Rest wegzuwerfen.

Das Geld, das an dieser Stelle übrig bleibt, ist an einer anderen besser aufgehoben: bei der Reinigung. Eine Bürste für zwanzig Euro verändert am Ergebnis mehr als der Wechsel von einem Wandler zum nächsten.

TRK 08 Häufige Fragen

Häufige Fragen

Kann man einen Plattenspieler direkt an den PC anschließen?

Nur wenn er eine Phono-Vorstufe eingebaut hat oder einen USB-Ausgang. Ein reines Phono-Signal ist etwa fünfzig- bis tausendmal leiser als Line-Pegel und liegt zusätzlich verbogen vor, weil bei der Plattenpressung die Bässe abgesenkt und die Höhen angehoben wurden. Ohne die Entzerrung klingt die Aufnahme dünn und scheppernd, und das lässt sich hinterher nur näherungsweise korrigieren.

Was ist besser: USB-Plattenspieler oder Phono-Vorstufe mit Audio-Interface?

Für gelegentliche Aufnahmen reicht der USB-Weg. Sobald es um eine Sammlung geht, ist die getrennte Kette die bessere Wahl: Vorstufe und Wandler lassen sich einzeln tauschen, der Plattenspieler bleibt ein Plattenspieler, und man ist nicht an den Wandler gebunden, den ein Hersteller vor Jahren eingebaut hat. Der Preisunterschied liegt bei rund achtzig bis hundertfünfzig Euro.

Woher kommt das Brummen bei der Aufnahme?

Fast immer aus der Masse. Der typische Fall ist die vergessene Masseleitung zwischen Plattenspieler und Vorstufe; der zweite ist eine Brummschleife, wenn Rechner und Vorstufe an verschiedenen Steckdosenkreisen hängen. Ein Brummen mit 50 Hz ist die Netzfrequenz, eines mit 100 Hz kommt aus einem Netzteil. Beides gehört vor der Aufnahme beseitigt, nicht hinterher weggefiltert.

Reicht der Line-Eingang des Mainboards?

Er funktioniert, und er ist der schwächste Punkt der Kette. Onboard-Eingänge sitzen im selben Gehäuse wie Grafikkarte und Netzteil und fangen deren Störungen mit ein; gemessen liegt der Störabstand oft zwanzig bis dreißig Dezibel unter dem eines externen Interfaces für achtzig Euro. Für eine einzelne Platte ist das zu verschmerzen, für einen Bestand nicht.